Kleine Klappe, viel dahinter #gutesTun

sipgate
6 min readAug 3, 2021

--

von Corinna Baldauf

Firmen haben im Allgemeinen mehr Geld als Privatpersonen. Geld geht oft mit Einfluss einher. Unternehmen haben also einen großen Hebel um Gutes zu tun. Und wir machen bei sipgate tatsächlich viel, was ich als “die Welt besser machen” empfinde. Aber wir reden selten darüber. Denn wie soll man zusammenfassen, was man alles Gutes tut, ohne, dass es wie die totale Selbstbeweihräucherung klingt?

Dabei ist so eine Aufstellung prima für Menschen, die gezielt nach nachhaltigen Anbietern suchen. So wissen sie, dass sie bei uns an der richtigen Adresse sind. Oder damit Bewerber:innen wissen für welche Werte ihr potentieller Arbeitgeber einsteht — mit Geld, nicht nur mit warmen Worten und einem Regenbogen-Logo. Denn “die Welt verbessern” kann man ja sehr unterschiedlich auslegen.

Darum habe ich beschlossen mit der Selbstbeweihräucherung einfach “all in” zu gehen. Auch und gerade, weil mir beim Schreiben wieder bewusst geworden ist, wie happy ich bin, Teil von sipgate zu sein. Also, lasst uns drüber reden :)

Teile dieser Auflistung fallen unter das Buzzword “Corporate Social Responsibility (CSR)”. Zum Beispiel unser erster großer Block zu Ökologie:

Umwelt & Nachhaltigkeit

Die Solaranlage auf dem Dach von sipgate

Wir sind offiziell “Ökoprofit” zertifiziert. Dort geht es um die “nachhaltige ökonomische und ökologische Stärkung” von Firmen. Warum ein Zertifikat? Weil man da eine Einzelberatung bekommt, was man noch alles so machen könnte. Die folgende Liste ist eine Mischung aus Sachen, die wir sowieso schon gemacht haben und Ideen, die wir durch Ökoprofit mitbekommen haben:

Energie / Stromverbrauch / CO2

  • Solaranlage — Wir haben unser ganzes Dach versolaranlagt. Damit decken wir unseren eigenen Strombedarf vor Ort und speisen noch ins Stromnetz ein
  • Ökostrom — Eins der zwei von uns benutzten Rechenzentren bezieht Ökostrom. Das andere gleichen wir, zumindest rechnerisch, mit unserer Solaranlage aus
  • Wir haben nicht viele Firmenwagen. Wenn wir die bestehenden ersetzen, dann mit E-Autos. Zwei davon sind bereits am Start. Stromtankstelle kommt auch
  • Mehr Zug, statt Flug — Hatten wir schon vor Corona beschlossen. Jetzt momentan tendiert Reisen bei uns eh gegen Null
  • Im unserem begrünten Innenhof besteht der Boden aus dem luft- und wasserdurchlässigem “Luwadur
  • Alle Mitarbeiter:innen bekommen kostenlos ein Firmenticket für den ÖPNV bis zu sich nach Hause
  • Wir haben eine Fahrradgarage und es kommen auch viele mit dem Rad

Küche / Essen / Lebensmittel in unserem Restaurant

  • Zwei vegetarische Tage die Woche und viel vegan
  • Vorwiegend saisonal, regional und bio
  • Wir brauchen alles auf. Die Reste von heute sind der Salat von morgen

Außerdem:

  • Papierloses Büro — Unsere Buchhaltung hat schon vor Jahren umgestellt und das hatte in der Corona-Zeit viele weitere Vorteile :D
  • Viele Kleinigkeiten wie Whiteboards aus Pappe statt Plastik, LED-Lampen, bienenfreundliche Pflanzen und Bienenstöcke, …

Perspektivisch wollen wir unseren Stromverbrauch weiter senken und in zwei Jahren CO2-neutral sein. Nicht nur vor Ort, sondern auch wenn man unsere Racks in Rechenzentren einrechnet.

Spenden

  • Schon seit 2009 unterstützen wir eine Mädchenschule in Afghanistan. Junge Frauen können dort einen Beruf lernen, um finanziell auf eigenen Füßen zu stehen.
  • Den Düsseldorfer Gute-Nacht-Bus, dessen Crew sich um Obdachlose kümmert, unterstützen wir seit Jahren
Quelle: GuteNachtBus.org
  • Genauso wie Netzpolitik.org. Wir finden die Arbeit von Netzpolitik für Datenschutz (für Privatleute) und Transparenz (bei Staat und Firmen) super. Deshalb finanzieren wir dort seit mehreren Jahren eine halbe Stelle.

Das sind die “großen” langfristigen Spenden. Dazu kommen dann jährlich wechselnde kleinere Spenden an Organisationen, die wir Mitarbeiter:innen vorschlagen.

Update Januar 2023: Im Jahr 2022 haben wir gut 100.000 Euro gespendet. Davon ging knapp die Hälfte an humanitäre Projekte rund um die Ukraine. Weitere 20% gingen an humanitäre Zwecke an anderen Orten, z. B. an die Mädchenschule in Afghanistan. Der letzte große Block ging an digital orientierte Initiativen wie Netzpolitik, Chaos Computer Club und Open Source Projekte.

Sponsoring — Kunst und Kultur

Jetzt wird es regionaler. Wir lieben sowohl Kunst als auch Musik und unterstützen das vor allem vor Ort in Düsseldorf.

  • Wir sponsern regelmäßig große Ausstellungen. Zuletzt “Untold Stories” von Peter Lindbergh. Mein persönlicher Favorit war die Thomas Struth Ausstellung 2011 (schon was her, aber diese Bilder!)
  • Wir lieben Festivals. Beim erlesenen New Fall Festival sind wir schon seit Jahren am Start
  • Wir nehmen an der Nacht der Museen teil. Mich persönlich schmerzt es sehr, dass das Corona-bedingt entfällt. Immerhin haben wir noch eine eigene Galerie sipgate shows, in der ein kleines bisschen was geht.

Für Kund:innen

Eine der Aussagen, die sich mir schon früh in meinem sipgate-Leben eingeprägt haben war: “Wir sind eine nette Firma”. Wir lösen Dinge im Normalfall kulant. Wir bewahren unsere Kund:innen aktiv vor Schaden durch Betrug.

Und wir machen keine Dumping-Preise, die sich nur halten lassen, solange große Mutterfirmen das querfinanzieren. Was passiert, wenn die Finanzierung ausläuft? Wir sind sehr langfristig ausgerichtet. Und weil wir nicht alles auf Kante kalkulieren, können wir dann wiederum kulant sein :)

Für Mitarbeiter:innen

Verantwortung hat man ja nicht nur nach außen für den Planeten und Kund:innen, sondern auch nach innen gegenüber den eigenen Mitarbeiter:innnen.

  • In der Corona-Krise sind wir sehr früh komplett ins Home Office gewechselt. Klar, das geht nicht in jeder Branche, aber in unserer geht das gut. Damit wir uns daheim nicht den Rücken kaputt machen, stellt sipgate auf Wunsch Tisch (höhenverstellbar) und Stuhl (ergonomisch). Stand August 2021 ist Home Office immer noch King
  • Wer doch vor Ort ist (ein Mensch pro Raum oder neuerdings zwei, wenn beide geimpft sind), wird nach wie vor exzellent verpflegt
  • Bei uns muss sich im Support niemand beleidigen lassen. Rassistisch, sexistisch, whatever. Unsere Kundenbetreuer:innen liegt viel daran gute Lösungen zu finden und müssen dabei nicht jede Behandlung hinnehmen
  • Wir können schon lange relativ frei unsere Arbeitszeit einteilen, Stunden reduzieren und Sabbaticals nehmen
  • In den Schulferien bekommen viele Eltern Probleme mit der Betreuung ihrer Sprößlinge. Bei uns gibt es deshalb den Miniclub, aka unsere Ferienbetreuung
  • Wer sich privat auch für Ökostrom entscheidet, bekommt einen monatlichen Zuschuss. Da bei Strom sehr viel Greenwashing betrieben wird, binden wir den Zuschuss an Naturstrom als Anbieter. Die bauen nämlich auch tatsächlich erneuerbare Energien aus. Das wollen wir fördern

Für Alle

  • Wir haben tolle Räumlichkeiten, die sich für vieles eignen. Zum Beispiel für Meetups, BarCamps, StartUp Sprints, unsere eigene Vortragsreihe Lean DUS, … Unser Event-Team hat dabei unterstützt. Jedenfalls vor Corona.
  • Und jetzt mit Corona? Anfang diesen Jahres gab es den Beschluss, dass alle(!) Ärzt:innen mitimpfen. Nun ist unser Geschäftsführer Tim mit einer Augenärztin verheiratet, deren Praxisräume ungeeignet waren, um viele Impflinge durchzuschleusen. Aber wir haben einen großen Parkplatz, darauf gut lüftbare Cubes (stellt euch 60qm große verglaste Bungalows vor) und ein Event-Team, dass nur noch wenige Events zu planen hat. Wenn man die beiden zusammen tut… Tadaa, von Mai bis Juli haben wir jeden Mittwoch für die Augenarzt-Praxis Bo56 eine Impfstraße aufgebaut. Insgesamt haben wir 680 Impfungen organisiert und damit 340 Menschen durchgeimpft. Nimm das, Corona!

Da geht noch was

Das sind schon viele gute Initiativen. Ist aber noch ausbaufähig, z.B. beim Engagement für LGBTQ+-Rechte und Anti-Rassismus:

  • Der Pride Month ist gerade rum. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal unsere Logos regenbogig gemacht. Das haben wir früher nicht gemacht, weil wir das ein bisschen feigenblattig fanden, wenn wir uns sonst nicht engagieren. Daher nehmen wir dieses Jahr als Startschuss zu gucken was noch geht. Das queere sipgate (+ Allies) scharrt jedenfalls mit den Hufen.
  • Schon mal von deinem Toilettenpapier eine “Hausaufgabe” bekommen? Wir klären auf unseren Toiletten mit diesem Klopapier über Rassismus auf: Rassismus ist für’n Arsch. Noch handfester: Wir sortieren gewisse Parteien als Kund:innen wieder aus. Aber auch hier geht noch mehr und es sind Leute am Start, die dieses “mehr” gestalten wollen :)

Da sind sie nun, unsere Werte, gestützt mit unserem Geld. Bei großen Firmen argwöhnt man ja oft, dass “die das fürs Image machen und nicht wirklich meinen”. Zumindest ich argwöhne das. Bei uns, weiss ich, wir glauben wirklich dran. Wir tun das seit Jahren ohne das strategisch zu verbreiten. Das sind die Werte der Inhaber und vieler Kolleg:innnen, die wir mit dem Wumms von sipgate verstärken. Und wenn man diese Werte teilt, dann fühlt sich das ziemlich super an.

--

--

sipgate

Innovative Telefonie für zu Hause, unterwegs und das Büro.